Ameisenfarne
Ameisenfarne (myrmekophile Farne)
Symbiosen zwischen Farnen und Ameisen haben sich mehrfach unabhängig voneinander entwickelt und stellen ein eindrucksvolles Beispiel konvergenter Evolution dar. Die meisten myrmekophilen Farne wachsen epiphytisch in tropischen Regenwäldern und bieten Ameisen durch spezialisierte Rhizome oder umgebildete Blätter geschützte Nistplätze. Im Gegenzug profitieren die Farne von den durch die Ameisen eingetragenen organischen Nährstoffen, die insbesondere unter den nährstoffarmen Bedingungen des Kronendachs eine wichtige Ressource darstellen.
Die am stärksten an diese Lebensweise angepasste Farngattung ist Lecanopteris, deren Rhizome – mit Ausnahme von Lecanopteris mirabilis – von Ameisen bewohnte Hohlräume ausbilden. Innerhalb der Gattung Microgramma haben sich ebenfalls myrmekophile Arten entwickelt, insbesondere die vier ehemaligen Solanopteris-Arten mit verdickten Rhizomen sowie Microgramma megalophylla, die trotz fehlender Rhizomverdickungen regelmäßig von Ameisen besiedelt wird. Auch bei Platycerium hat sich Myrmekophilie unabhängig entwickelt: P. ridleyi und P. madagascariense bilden Hohlräume in den Schildblättern, die Ameisen als Nistplatz dienen.
Obwohl Ameisenfarne nur einen kleinen Teil der weltweiten Farnvielfalt ausmachen, zeigen sie eindrucksvoll, dass sich enge Symbiosen mit Ameisen unabhängig voneinander in verschiedenen Entwicklungslinien der Farne herausgebildet haben.
Lecanopteris balgooyi (Blueish Leaves)
Ameisenfarn. Die Rhizome von Lecanopteris balgooyi sind nur mit sehr wenigen Schuppen bedeckt. Außerdem tragen sie interessant aussehende Stacheln. Sehr interessant und selten in Sammlungen. Mit ihren seltsam geformten hohlen Rhizomen sehen sie sehr bizarr aus! Lecanopteris-Arten sind über Indonesien und Malaysia verbreitet. Sie bilden hohle Rhizome, die in der Natur von Ameisen bewohnt werden. In Kultur wachsen sie jedoch problemlos ohne Ameisen.
Lecanopteris carnosa (Modayag)
Ameisenfarn. Die Rhizome von Lecanopteris carnosa sind nicht von Schuppen oder Wachs bedeckt. Sehr interessant und selten in Sammlungen. Mit ihren seltsam geformten hohlen Rhizomen sehen sie sehr bizarr aus! Lecanopteris-Arten sind über Indonesien und Malaysia verbreitet. Sie bilden hohle Rhizome, die in der Natur von Ameisen bewohnt werden. In Kultur wachsen sie jedoch problemlos ohne Ameisen.
Lecanopteris celebica
Ameisenfarn. Nur der jüngste Teil ist grün, die älteren Bereiche, obwohl noch lebendig, werden bräunlich. Sehr interessant und selten in Sammlungen. Mit ihren seltsam geformten hohlen Rhizomen sehen sie sehr bizarr aus! Lecanopteris-Arten sind über Indonesien und Malaysia verbreitet. Sie bilden hohle Rhizome, die in der Natur von Ameisen bewohnt werden. In der Kultur wachsen sie problemlos ohne Ameisen,
Lecanopteris crustacea
Lecanopteris crustaceaLecanopteris crustacea (L.) C.Presl ist ein epiphytischer Farn der Familie Polypodiaceae, der in den tropischen Regenwäldern Südostasiens bis Neuguineas verbreitet ist. Die Art zählt zu den bekanntesten Ameisenfarnen. Ameisen besiedeln die Hohlkammern des verdickten Rhizoms, in denen sie Nester anlegen und organisches Material eintragen, das der Pflanze als zusätzliche Nährstoffquelle dient.Charakteristisch ist das kräftige, knollig verdickte und unregelmäßig verzweigte Rhizom mit zahlreichen inneren Hohlkammern, die über kleine Öffnungen mit der Außenwelt verbunden sind. Die Rhizomoberfläche ist dicht mit dunkelbraunen Spreuschuppen besetzt und entwickelt zahlreiche Haftwurzeln. Die großen Wedel sind tief fiederteilig und besitzen schmale, linealisch-lanzettliche Fiederabschnitte mit deutlich hervortretender Mittelrippe. Auf der Unterseite der fertilen Wedel befinden sich zahlreiche rundliche Sori, die in regelmäßigen Reihen beiderseits der Mittelrippe angeordnet sind.
Lecanopteris deparioides
Ameisenfarn. Die Rhizome von Lecanopteris deparioides sind mit Wachs überzogen. Sehr interessant und selten in Sammlungen. Mit ihren seltsam geformten hohlen Rhizomen sehen sie sehr bizarr aus! Lecanopteris-Arten sind über Indonesien und Malaysia verbreitet. Sie bilden hohle Rhizome, die in der Natur von Ameisen bewohnt werden. In Kultur wachsen sie jedoch problemlos ohne Ameisen.
Lecanopteris lomarioides (Modayag)
Ameisenfarn. Die Rhizome sind dicht mit Schuppen bedeckt und bilden mit dem Alter seltsame aufrechte Strukturen. Vielleicht die auffälligste aller Lecanopteris-Arten. Sehr interessant und selten in Sammlungen. Mit ihren seltsam geformten hohlen Rhizomen sehen sie sehr bizarr aus! Lecanopteris-Arten sind über Indonesien und Malaysia verbreitet. Sie bilden hohle Rhizome, die in der Natur von Ameisen bewohnt werden. In Kultur wachsen sie jedoch problemlos ohne Ameisen.
Lecanopteris luzonensis
Antfern. Nur der jüngste Teil ist grün, die älteren Bereiche, obwohl noch lebend, werden bräunlich. Ähnlich wie L. celebica, aber viel kleiner und graziler. Sehr interessant und selten in Sammlungen. Mit ihren seltsam geformten hohlen Rhizomen sehen sie sehr bizarr aus! Lecanopteris-Arten sind über Indonesien und Malaysia verbreitet. Sie bilden hohle Rhizome, die in der Natur von Ameisen bewohnt werden. In Kultur wachsen sie jedoch problemlos ohne Ameisen.
Lecanopteris luzonensis (Dwarf form)
Eine Zwergform der bekannten Art.Nur der jüngste Teil ist grün, die älteren Bereiche, obwohl noch lebend, werden bräunlich. Ähnlich wie L. celebica, aber viel kleiner und graziler. Sehr interessant und selten in Sammlungen. Mit ihren seltsam geformten hohlen Rhizomen sehen sie sehr bizarr aus! Lecanopteris-Arten sind über Indonesien und Malaysia verbreitet. Sie bilden hohle Rhizome, die in der Natur von Ameisen bewohnt werden. In Kultur wachsen sie jedoch problemlos ohne Ameisen.
Lecanopteris pumila
Ameisenfarn. Der jüngste Teil des Rhizoms ist grün, die älteren, noch lebenden Teile werden bräunlich-grün. Ähnlich wie L. celebica, aber viel kleiner und graziler. Sehr interessant und selten in Sammlungen. Mit ihren seltsam geformten hohlen Rhizomen sehen sie sehr bizarr aus! Lecanopteris-Arten sind über Indonesien und Malaysia verbreitet. Sie bilden hohle Rhizome, die in der Natur von Ameisen bewohnt werden. In Kultur wachsen sie jedoch problemlos ohne Ameisen.
Lecanopteris sinuosa (Missima Isl., PNG)
Ameisenfarn. Einfache Art. Die schlanken und fast unverzweigten Rhizome sind dicht mit Schuppen bedeckt. Lecanopteris-Arten sind über Indonesien und Malaysia verbreitet. Sie bilden hohle Rhizome, die in der Natur von Ameisen bewohnt werden. In Kultur wachsen sie jedoch problemlos ohne Ameisen.
Lecanopteris sinuosa (Normanby, PNG)
Ameisenfarn. Einfache Art. Die schlanken und fast unverzweigten Rhizome sind dicht mit Schuppen bedeckt. Lecanopteris-Arten sind über Indonesien und Malaysia verbreitet. Sie bilden hohle Rhizome, die in der Natur von Ameisen bewohnt werden. In Kultur wachsen sie jedoch problemlos ohne Ameisen.
Lecanopteris sinuosa (Waigeo, Irian Jaya)
Ameisenfarn. Einfache Art. Die schlanken und fast unverzweigten Rhizome sind dicht mit Schuppen bedeckt. Lecanopteris-Arten sind über Indonesien und Malaysia verbreitet. Sie bilden hohle Rhizome, die in der Natur von Ameisen bewohnt werden. In Kultur wachsen sie jedoch problemlos ohne Ameisen.Die Form von Waigeo ist unter meinen Kulturbedingungen kleiner als andere Herkünfte.
Lecanopteris sinuosa (Wasior, Irian Jaya)
Ameisenfarn. Einfache Art. Die schlanken und fast unverzweigten Rhizome sind dicht mit Schuppen bedeckt. Lecanopteris-Arten sind über Indonesien und Malaysia verbreitet. Sie bilden hohle Rhizome, die in der Natur von Ameisen bewohnt werden. In Kultur wachsen sie jedoch problemlos ohne Ameisen.
Lecanopteris spec. Central Luzon, Philippines
Diese Art ähnelt Lecanopteris lomarioides und L. crustacea. Sie besitzt aber viel feingliedrige Rhizom-Verästelungen.
Lecanopteris spec. Toli-Toli (Lange Dornen)
Ich hielt diese Art anfangs für eine Form von Lecanopteris spinosa. Mittlerweile denke ich, es ist eine unbeschriebene neue Art oder eine Naturhybride. Die Blätter ähneln denen von Lecanopteris spinosa, während das Rhizom eher an das von L. balgooyi erinnert.Sehr interessant. Die Pflanzen sind ausgesprochen dekorativ und wachsen sehr gut unter Hochland-Bedingungen.
Lecanopteris Tatsuta
Eine Kulturform, die nach dem verstorbenes Farnzüchter Carlos Tatsuta benannt ist. Es handelt sich aber nicht um eine offizierll registriertte Form.
Platycerium holttumii
Eine der grossen Arten aus Südostasien und Malaysia. Platycerium holttumii ist morphologisch sehr ähnlich zu P. wandae, eines der distinktesten Charakteristika ist das fehlen der Rüschen um die Sprossbasis, die bei Platycerium wandae stark ausgeprägt sind. Auch P. wandae bildet nierenförmige, rundliche Schildwedel mit einer grossen Krone. Die fertilen Wedel sind vielfach gelappt und tragen die Sporenlager. Bei einem fertilen Wedel hängt der zur Mitte orientierte Hauptlappen runter, während der kürzere laterale Lappen steif zur Seite wächst.
Platycerium ridley
Einer der spannendsten Geweifarne der Gattung Platycerium. Die fertilen Wedel wachsen aufrecht nach oben und sind dabei sehr kompakt und sehen dabei aus wie die Geweihe von Hirschen, von denen der deutsche und englische Trivialnamen abgeleitet ist.P. ridley bildet keine Ausläufer und gehört zu den wenigen Vertretern der Gattung, der spezialisierte Sporenkappen und nicht wie die meisten anderen Arten Sporenlager an der Unterseite von fertilen Wedeln ausbildet.Die Schildwedel sind rundlich und zeigen starke, erhöhte Venen, die der Pflanze ein gefurchtes Aussehen verleihen.Selbst in dem natürlichen Verbreitungsgebiet Malaysien und Indonesien wächst die Art oft auch auf Ästen und nicht nur seitlich an Baumstämmen, sogar litophytisch.Diese Eigenschaften sorgen für eine grosse Freiheit bei der Positionierung beim Aufbinden.
Platycerium wandae
Geweihfarnart aus Papua-Neuguinea. Platycerium wandae bildet eine mächtige Krone aus den Schildwedeln und zählt als allergrösste Platycerium Art, wird sogar ca. 30% grösser als Platycerium superbum. Die fertilen Wedel sind ähnlich zu denen von P. holttumii doppellappig und sollen bei dieser Art besonders früh in der Entwicklung der Pflanze Sporen tragen . Besondere Aufmerksamkeit gilt auch den Rüschen rund um das Sprosszentrum zugesprochen.
Solanopteris bifrons
Die Rhizome sind dünn und schnurförmig. In regelmäßigen Abständen zweigen spezielle kurze Triebe ab, die zu kartoffelartigen hohlen Auswüchsen heranwachsen, welche den Ameisen als Nist-Möglichkeit dienen. Wegen dieser "Kartoffeln" werden Solanopteris-Arten auch als "Kartoffel-Farne" bezeichnet. Die Knollen besitzen auf der Unterseite eine Öffnung. Die Struktur erinnert sehr an die zu Nist-Strukturen umgewandelten Blätter von Dischidia major.In Südamerika heimisch ist dieser Ameisenfarn im Tiefland anzufinden.Der Wurzelstock ist mit kurzen, borstenförmigen Auswüchsen überzogen und weißlich-grau gefärbt. Die Wedel sind geteilt, was den Pflanzen ein äußerst attraktives Erscheinungsbild gibt.Die Domatien von S. bifrons schimmern wegen ihrer Mikro-Strukturen leicht metallisch, sind olive-grün gefärbt und etwa Walnuß-groß.Die Pflanzen werden in unterschiedlichen Portionsgrößen abgegeben.
Solanopteris bismarckii
Die Rhizome sind dünn und schnurförmig. In regelmäßigen Abständen zweigen spezielle kurze Triebe ab, die zu kartoffelartigen hohlen Auswüchsen heranwachsen, welche den Ameisen als Nist-Möglichkeit dienen. Wegen dieser "Kartoffeln" werden Solanopteris-Arten auch als "Kartoffel-Farne" bezeichnet. Die Knollen besitzen auf der Unterseite eine Öffnung. Die Struktur erinnert sehr an die zu Nist-Strukturen umgewandelten Blätter von Dischidia major.Solanopteris bismarckii kommt in Ecuador und Peru in mittzleren Höhenlagen vor.Spross ist grünlich und beschuppt, die Blätter sind ungeteilt.Die Domatien von S. bismarckii besitzen mehrere auffällige stachelige Auswüchse was ihnen ein Morgenstern-artiges Erscheinungsbild gibt.
Auktion 2026-012 - Lecanopteris mirabilis (Halmahera, Molukken)
Sie bieten auf die abgebildete Pflanze im ersten Bild. Bitte beachten Sie den Hinweis (rot).Ameisenfarn. Die einzige Lecanopteris ohne hohle Rhizome. Die Rhizome bilden flache, schalenartige Strukturen, die die Zweige bedecken. Unter diesen Schalen leben Ameisen. Eine sehr schöne Art. Sehr interessant und selten in Sammlungen.Diese wunderbare Form zeichnet sich durch ihren Wuchs entlang von Ästen der bewachsenen Bäume aus. Während andere Formen von Lecanopteris mirabilis immer wieder Muschel-artige Segmente ausbilden und so den Wuchs etwas unterbrechen, kann diese Form ohne Unternbrechung lange Strecken an einem Ast entlang-wachsen und diesen komplett umhüllen!Achtung!Wir kultivieren diese Form ausschließlich auf Kork-Ästen. Bei Bestellungen von außerhalb der EU müssen die Pflanzen aus phytosanitären Gründen vom Ast gelöst werden und ohne Kork versendet werden. Bei dieser Prozedur eventuell entstehende Beschädigungen sind kein Grund für Reklamationen.
Lecanopteris balgooyi (alter Klon)
Ameisenfarn. Die Rhizome von Lecanopteris balgooyi sind nur mit sehr wenigen Schuppen bedeckt. Außerdem tragen sie interessant aussehende Stacheln. Sehr interessant und selten in Sammlungen. Mit ihren seltsam geformten hohlen Rhizomen sehen sie sehr bizarr aus! Lecanopteris-Arten sind über Indonesien und Malaysia verbreitet. Sie bilden hohle Rhizome, die in der Natur von Ameisen bewohnt werden. In Kultur wachsen sie jedoch problemlos ohne Ameisen.
Lecanopteris crustacea (Giant form)
Lecanopteris crustaceaLecanopteris crustacea (L.) C.Presl ist ein epiphytischer Farn der Familie Polypodiaceae, der in den tropischen Regenwäldern Südostasiens bis Neuguineas verbreitet ist. Die Art zählt zu den bekanntesten Ameisenfarnen. Ameisen besiedeln die Hohlkammern des verdickten Rhizoms, in denen sie Nester anlegen und organisches Material eintragen, das der Pflanze als zusätzliche Nährstoffquelle dient.Charakteristisch ist das kräftige, knollig verdickte und unregelmäßig verzweigte Rhizom mit zahlreichen inneren Hohlkammern, die über kleine Öffnungen mit der Außenwelt verbunden sind. Die Rhizomoberfläche ist dicht mit dunkelbraunen Spreuschuppen besetzt und entwickelt zahlreiche Haftwurzeln. Die großen Wedel sind tief fiederteilig und besitzen schmale, linealisch-lanzettliche Fiederabschnitte mit deutlich hervortretender Mittelrippe. Auf der Unterseite der fertilen Wedel befinden sich zahlreiche rundliche Sori, die in regelmäßigen Reihen beiderseits der Mittelrippe angeordnet sind.Diese Form zeichnet sich durch die auffallend goldenen Schuppen, die Größe und den viel gedrungeneren Wuchs gegenüber der normalen Form aus. Während die fingerförmigen Rhizom-Abschnitte der normalen Form sehr leicht abbrechen, ja geradezu Sollbruchstellen ausbilden, ist die Form viel stabiler.Sehr empfehlenswert!