Platycerium
Platycerium
Platycerium Desv. ist eine Gattung epiphytischer Farne aus der Familie der Tüpfelfarngewächse (Polypodiaceae). Derzeit sind rund 18 Arten anerkannt, die in den tropischen Regionen Afrikas, Madagaskars, Südostasiens, Australiens und Ozeaniens verbreitet sind. Das Diversitätszentrum der Gattung liegt im indo-australischen Raum, insbesondere in Neuguinea. Viele Arten wachsen auf alten Waldbäumen in feuchten Tiefland- und Bergregenwäldern, einige besiedeln jedoch auch saisonal trockene Standorte.
Charakteristisch für Platycerium ist die Ausbildung zweier deutlich unterschiedlicher Blatttypen. Die sterilen Schildblätter umschließen das Rhizom, dienen der Verankerung auf dem Wirtsbaum und sammeln herabfallendes organisches Material sowie Wasser. Aus diesem Material entsteht mit der Zeit ein nährstoffreiches Substrat, das die Pflanze versorgt. Die fertilen Blätter sind geweihartig verzweigt und tragen auf ihrer Unterseite große Sporenlager.
Zwei Arten, Platycerium ridleyi und P. madagascariense, leben in einer engen Symbiose mit Ameisen. Ihre Schildblätter bilden Hohlräume, die den Ameisen als Nistplatz dienen, während die Farne von den eingetragenen Nährstoffen profitieren. Diese myrmekophytische Lebensweise hat sich innerhalb der Gattung mindestens zweimal unabhängig entwickelt.
Durch ihre außergewöhnliche Wuchsform und die enge Anpassung an das Leben als Epiphyt zählen Hirschgeweihfarne zu den markantesten Vertretern der tropischen Farnflora und sind zugleich beliebte Kulturpflanzen.
Platycerium holttumii
Eine der grossen Arten aus Südostasien und Malaysia. Platycerium holttumii ist morphologisch sehr ähnlich zu P. wandae, eines der distinktesten Charakteristika ist das fehlen der Rüschen um die Sprossbasis, die bei Platycerium wandae stark ausgeprägt sind. Auch P. wandae bildet nierenförmige, rundliche Schildwedel mit einer grossen Krone. Die fertilen Wedel sind vielfach gelappt und tragen die Sporenlager. Bei einem fertilen Wedel hängt der zur Mitte orientierte Hauptlappen runter, während der kürzere laterale Lappen steif zur Seite wächst.
Platycerium ridley
Einer der spannendsten Geweifarne der Gattung Platycerium. Die fertilen Wedel wachsen aufrecht nach oben und sind dabei sehr kompakt und sehen dabei aus wie die Geweihe von Hirschen, von denen der deutsche und englische Trivialnamen abgeleitet ist.P. ridley bildet keine Ausläufer und gehört zu den wenigen Vertretern der Gattung, der spezialisierte Sporenkappen und nicht wie die meisten anderen Arten Sporenlager an der Unterseite von fertilen Wedeln ausbildet.Die Schildwedel sind rundlich und zeigen starke, erhöhte Venen, die der Pflanze ein gefurchtes Aussehen verleihen.Selbst in dem natürlichen Verbreitungsgebiet Malaysien und Indonesien wächst die Art oft auch auf Ästen und nicht nur seitlich an Baumstämmen, sogar litophytisch.Diese Eigenschaften sorgen für eine grosse Freiheit bei der Positionierung beim Aufbinden.
Platycerium wandae
Geweihfarnart aus Papua-Neuguinea. Platycerium wandae bildet eine mächtige Krone aus den Schildwedeln und zählt als allergrösste Platycerium Art, wird sogar ca. 30% grösser als Platycerium superbum. Die fertilen Wedel sind ähnlich zu denen von P. holttumii doppellappig und sollen bei dieser Art besonders früh in der Entwicklung der Pflanze Sporen tragen . Besondere Aufmerksamkeit gilt auch den Rüschen rund um das Sprosszentrum zugesprochen.
Platycerium madagascariense
Eine seltene und gefragte Art der Gattung. In völligem Gegensatz zu den meist grossen Vertretern der Gattung, bleibt Platycerium madagascariense sehr kompakt und klein. Kann damit auch gut dauerhaft in Indoor-Setups gepflegt werden. Es ist zu beachten, dass P. madagascariense in den Feuchtregenwäldern von Madagaskar auf 300-600 m vorkommt, ein moderates, feuchtes Klima sollte für die Kultivierung sehr zuträglich sein. Es wurden auch Ameisen als Bewohner der Pflanzen bereits gefunden. Die Schildwedel der Art besitzen sehr markante, distinkte Venen, was der Ästhetik zuspricht. Die fertilen Farnwedel sind einfach gegabelt und sehr breit.